Part II: Die Jahreszeit für sich nutzen
Freitag, 22. Nov,

Lieber Leser, die Natur gibt uns in jeder Saison eine einzigartige Gelegenheit, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen und unseren Lebensstil zu hinterfragen. Das erfolgt nicht immer auf die gleiche Art und Weise, wie sich mittlerweile erahnen lässt.
Frühling
Wofür der Frühling da ist, lässt sich dem Gedankenstrang folgend leicht sagen: All die Eingebungen aus dem Herbst, all die neuen Vorstellungen aus dem Winter wollen nicht im Sande versinken, sondern zu einer Realität gemacht werden, in der sich der Protagonist wohlfühlt. Im Frühling erwacht nicht nur die Natur; auch deine Tatkraft wird mit großer Wahrscheinlichkeit zurückkehren. In diesem Punkt ist es nicht möglich, von mir auf dich als Leser zu schließen, aber so viel sei gesagt: Mein Energielevel steigt im Frühjahr. Nicht, dass es die gleichen Ausmaße annimmt wie im Sommer, doch dennoch sei es nennenswert.
Sommer
Wie in einem Ü-Ei findet sich im Sommer eine Überraschung. Denn entgegen des Gedankens, der sein könnte: „Der Sommer ist der Moment, in dem ich mich bis zur Erschöpfung verausgabe, um meine gesetzten Ziele zu erreichen“, würde ich meinen, es sei die Zeit des Genießens.
In keinem anderen Moment bin ich so sozial, so unternehmungsfreudig, so lebensoffen wie im Sommer. Tatsächlich würde ich so weit gehen wollen zu sagen, diese drei Monate bestehen aus dicht aufeinander folgenden Eindrücken, die mich alleine durch ihr Erleben passiv prägen. Im Sommer passiert, was passieren wird – jedes einzelne Jahr. Obwohl niemals klar ist, was auf mich warten wird, habe ich keinen einzigen Sommer traurig verbracht oder bereut. Während mir also wichtig ist, die anderen drei Jahreszeiten an sich schön zu gestalten, wird diese Aufgabe vom Sommer höchstpersönlich übernommen.
Worum soll es in diesen zwei Beiträgen wirklich gehen? Schlicht und einfach um die Wertschätzung des gesamten Jahres. Ich habe vielleicht eine einzige Herangehensweise benannt, um das Potenzial der zwölf Monate zu verdeutlichen. Und um vollkommen ehrlich zu sein, wünsche ich mir, dass du während des Lesens nicht ein, sondern mindestens viermal den Wunsch hattest, etwas anderes aus deiner Zeit zu machen, als ich es tue.
Zufriedenheit hat so viele Väter, deren Namen ich nicht kenne. Wenn die Langeweile oder Motivationslosigkeit seit einigen Wochen ebenso wie in meinem Fall dein stetiger Begleiter war, dann könnte es sein, dass meine Gedanken nicht nur für mich ein Anreiz waren, sondern ebenso für dich als Leser einen kleinen Hinweis darstellen, von der Froschperspektive in die Vogelperspektive zu wechseln.
Das Leben besteht nicht daraus, von einem Sommer zum nächsten zu leben, würde ich denken.

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