
Mittwoch, 24. Sept.
Emotionen als Ursprung,
Dieser Beitrag ist in zwei Beiträge unterteilt.
Wer Lust hat, darf eintauchen.
Setz dich.
Sitzt du? Perfekt!
Ich möchte dir eine biographische Geschichte erzählen. Der Titel „Becoming“ von Michelle Obama taucht in meinem Kopf auf, weil er zu passen scheint – becoming, aber in der Mikro-Version.
Als ich jünger war, nahm ich mir vor, irgendwann ein Leben zu führen, in dem ich mir über meine finanzielle Lage keine Sorgen machen müsste. Im gedanklichen Prozess, wie ich dieses Ziel erreichen könnte, gelangte ich an den Punkt, an dem wohl jede:r einmal landet: aus Angst vor Armut – alleine die Vorstellung reicht schon – den starken Gegenpol herbeizusehnen.
Sollte ich reich werden wollen, müsste ich mir die Strategien der Reichen aneignen. Also recherchierte ich in meinem naiven Streben nach Reichtum, den ich damals stark mit Sicherheit und Sorglosigkeit assoziierte.
Worauf ich stieß, machte mich zwar nicht materiell reicher, wie ich heute feststelle, doch es ist einer der größten Funde, den ich für mich hätte machen können.
Der Ursprung
In einer Quelle, die ich heute nicht einmal mehr benennen könnte, hieß es:
Wohlhabende Eltern lehren ihre Kinder, ihre Emotionen nicht zu unterdrücken. Stattdessen bringen sie ihnen bei, ihren Emotionen geregelte Räume zu geben, um diese zuzulassen.
Der Mensch ist voller Emotionen. Realistisch betrachtet ist die Handlungsmaxime des Menschen im Kern emotional bestimmt.
Wir handeln anders, wenn wir glücklich sind. Kinder spüren das und wissen: „Jetzt ist gerade ein guter Moment, meine Eltern zu fragen, ob ich ein neues Spielzeug haben kann.“
Auch Erwachsene wissen, wenn die Luft vor Spannung am Knistern ist und man besser den Raum verlässt.
Auch Freunde spüren, wenn jemand sich aus sozialen Interaktionen zurückzieht, weil die Person um etwas oder jemanden trauert.
Emotionen bestimmen all unsere Handlungen. Doch ich könnte dir mehr Menschen in 3 Minuten aufzählen, die behaupten, losgelöst von ihrer emotionalen Welt entscheiden zu können, als dass ich in 3 Stunden halb so viele aufzählen könnte, die dazu stehen, dass sie nichts als bloße emotionale Masse sind, die im Alltag umherfließt und aus einer Gefühlslage heraus Entscheidungen trifft.
Meine Argumentationsgrundlage
Ist es überraschend, dass ich eine solche Auffassung vertrete? Hah, sicher nicht für jemanden, der diesen Blog verfolgt!
Mit großer Wahrscheinlichkeit gehen die Erkenntnis: „ich bin ein emotionaler Klumpen“ und meine Art des Schreibens – nämlich auf Basis purer Gefühlszustände – Hand in Hand.
Aber wie sollte ich damit aufhören, wenn ich in meinen eigenen Handlungen und in den Handlungen anderer die grundlegenden Emotionen erkenne und sie als Motivation identifiziere, diese oder jene Handlung auszuführen?!
Auf zweierlei Arten:
- Die bewusste Entscheidung, auf Grundlage der Emotionen zu handeln
- Die Verleumdung der Emotionen und damit das Handeln aus unterdrückten Emotionen, auch bekannt als Taubheitsgefühl oder Superheldenkomplex („ich schaffe alles, ich funktioniere wie eine Maschine“ oder „ich bin stärker als alle anderen Menschen um mich herum“.)
Ja, wir alle finden uns zwischen diesen beiden Welten wieder. Mal erkennt man die Emotionen ganz deutlich, weil man gelernt hat, sie zuzulassen. Mal leugnet man sie und wünscht sich nichts sehnlicher, als losgelöst von ihnen zu agieren.
Auch ich pendle immer wieder zwischen diesen beiden Motivationen hin und her. Die Natur des Menschen sorgt selbst bei vollkommener Selbsterkenntnis dafür, dass man trotz besseren Wissens manchmal „falsch“ handelt. Theorie und Praxis haben eben ihre Daseinsberechtigung.
Hier ein kleiner Denkanstoß um dir das warten auf den zweiten, wie ich finde spannenderen, Part zu versüßen:
Wie gehst du mit deinen Emotionen um – eher bewusst oder eher verdrängend?

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